Freiberufler? Gewerbetreibender?
Ja, was bin ich denn nun?
Und was will ich sein?
Als Projektmanager häng ich da so ein bisschen zwischen den Stühlen. Ist Auslegungssache. Das Finanzamt wird vermutlich auf Gewerbe plädieren, mit der KSK müsste man mal diskutieren. Wenn man es richtig formuliert, ist es aber eindeutig freiberuflich.
Es ist Spezialwissen vonnöten, man hat freie Entscheidungsgewalt und die Fachkenntnis wird eben frei eingesetzt und nicht nach Vorgaben abgearbeitet. Und beratend ist es auch.
Aber die Katalogberufe sind eben in einer Zeit enstanden, als es meinen Job noch gar nicht gab.
Die Frage ist nur- ist die Freiberuflichkeit wirklich ein so grosser Vorteil? Immer wieder liesst man, dass seit der Unternhmenssteuerreform die Gewerbesteuer gar keinen relevanten Punkt mehr ausmacht, weil sie mit der Einkommensteuer verrechnet werden kann.
Dann steht da natürlich noch die IHK, die GEZ der Gewerbetreibenden. Pflichtmitgliedschaft ohne nennswerte Gegenleistung. Das ist ärgerlich und wenn das Unternehmen dann mal wirklich Umsatz macht auch ganz schön teuer.
Dafür ist man als Freiberufler doch eingeschränkter, was man so auf seine Rechnungen schreiben darf.
Und die KSK? Ist die wirklich von Vorteil? Klar, sie übernimmt die Hälfte der Krankenverischerungskosten. Das ist natürlich super. Dafür muss man aber auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Und das hatte ich eigentlich nicht vor. Bedeutet, 10% seines Gesamteinkommens in die RV zu stecken. Die man eigentlich gar nicht will.
Ein Rechenbeispiel eines Existenzgründers:
Monatliches Einkommen: 1500€. Krankenkasse privatversichert 280€. Macht mit KSK 140€ KV + 150€ RV = 290€ monatliche Kosten. Also etwas mehr, als wenn man nur die KV zahlen würde. Und dass man vom Staat mal Rente bekommt… naja, also… ich glaub nicht dran. Also will ich eigentlich auch nicht in die gesetzliche RV. Und vor allem will ich denen nicht 10% meines Einkommens geben, vor allem nicht am Anfang, wo das Geld eh schon so knapp ist.
Zweites Rechenbeispiel eines erfolgreich Selbständigen:
Monatliches Einkommen 3500€. Krankenkasse privat immer noch 280€. Macht bei der KSK dann 140€ KV + 350€ RV. Da sind wir dann deutlich teurer dran, wenn man eben nicht davon ausgeht, dass man mal Rente vom Staat bekommt.
Und zahlt man dann wirklich 210€ monatlich für IHK und Gewerbesteuer? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Müsste man mal ausrechnen… wenn nicht die Gewerbesteuerberechnung so kompliziert wäre und die IHK so ungern mit ihren Beiträgen rausrücken würde…. da steck ich die 210€ doch lieber in eine private Rentenversicherung.
Wer berät einen in solchen Fragen?
1 comment so far
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Lieben Gruß aus Hamburg !
Ja – gute Frage : WER BERÄT EINEN IN SOLCHEN FRAGEN ?
Sehr viele “freie ” Versicherungsvertreter raten von der KSK ab . Dürfte klar sein warum ! Bitte nicht vergessen:
1. die KSK ist eine Pflichtversicherung
2. und solidarisch “aufgebaut” – wer mehr verdient – zahlt mehr .
Das hier die “Schere” aufgeht im Vergleich zu einer privaten Absicherung zeigen viele Anrufer bei mir die aus der KSK raus wollen wenn Ihr Gewinn aus selbständiger (künstlerrischer) Arbeit einen bestimmten Betrag übersteigt .
Vielleicht findet Ihr den ein oder anderen Beitrag /bezw. Link auf meinem Forum .
http://www.kskforum.de
Ich bin kein Versicherungsvertreter – Anwalt oder bezahlter Berater . Ich bin Musiker über die KSK pflichtversichert und werde auch gerade als “möglicher” Verwerter überprüft.
Gruß aus Hamburg , Joachim Griebe