Krankenkasse

Ok, bisher war das keine Frage. Ich war studentisch, gesetzlich für 50€ im Monat krankenversichert.

Aber wie soll das jetzt weitergehen?

Bei den gesetzlichen gibt es die “freiwillige Weiterversicherung”, wenn man mit der Uni fertig ist und noch keinen Job hat. Die kostet so um die 130€ im Monat. Aber für wen die genau da ist, das konnte ich noch nicht wirklich rausfinden. Abgesehen davon, dass sie wohl für Arbeitslose ist, die keine Leistung vom Staat bekommen.

Denn- Selbständige haben bei der GKV ihren eigenen Tarif. Die GKV berechnet den KK-Beitrag nach dem Einkommen, man legt also immer fleissig seinen Steuerbescheid vor und daraufhin werden die Beiträge festgelegt, hat man im darauffolgenden Jahr mehr verdient wird nachgezahlt, hat man weniger verdient, gibts was zurück. Soweit, so gut. Aber: Bei der GKV ist ein Mindesteinkommen für Selbständige festgesetzt, welches bei ca 1800€/Monat liegt. Bei Existenzgründern ist das jetzt aber nicht unbedingt Realität, gezahlt werden muss das aber trotzdem und so startet die GKV für Selbständige nicht unter 260€/Monat. Ganz schön happig, wenn man bedenkt, was man in den ersten Monaten so verdienen wird.

Anders die privaten- da gibt es einen Einsteigertarif, der in etwa den Leistungen der GKV entspricht. Der kostet Einkommensunabhängig 150€ im Monat. Wäre für den Anfang also sicher die bessere Alternative, nur kommt man als Selbständiger später nicht mehr in die GKV zurück.

Ein weiteres Problem mit der PKV liegt auch darin, dass man alle medizinischen Leistungen, ob Arztbehandlung oder Medikamente erstmal selbst bezahlen muss und die Beträge dann später erstattet bekommt. Bei einem Unfall oder einer anständigen Krankheit kann das dann schnell mal dazu führen, dass man nicht in Vorleistung treten kann. Wenn das notwendige Spezialmedikament 500€ kostet, man aber keine 500€ hat, weil man gerade schon die Behandlung für ein paar hundert Euro vorgelegt hat – was dann?

Für die GKV braucht man also von Anfang an ein anständiges Einkommen, sonst kann man sich die 260€/Monat nicht leisten. Für die PKV braucht mal Reserven um in Vorleistung treten zu können. Beides ist am Anfang aber nicht da….

Eine Sache gibt es da aber noch, auch wenn die nun wirklich nicht für jeden zugänglich ist: die Künstlersozialkasse, kurz KSK. Das ist keine Krankenkasse, sondern ersetzt bei künstlerischen und journalistischen Berufen für den Selbständigen den Arbeitgeberanteil. Man zahlt also nur noch die Hälfte. Das klingt zunächst höchstattraktiv, ist aber wie gesagt nur für diese bestimmten Berufsgruppen offen und auch nur interessant für Leute, die noch an das deutsche Rentensystem glauben.

Man zahlt nämlich 19% seiner Einnahmen an die Rentenversicherung. Da übernimmt normalerweise der Arbeitgeber die Hälfte von und der Arbeitnehmer eben die andere. So macht das auch die KSK. Nur- als Selbständiger ist man eigentlich nicht rentenversicherungspflichtig. Mann muss diese 19% (und das ist ja wirklich ein anständiger Betrag) also nicht bezahlen, sondern kann sich auch drauf verlassen, dass man eh stirbt bevor das Rentenalter einsetzt oder eben anders vorsorgen.

D.h., Selbständige, die nicht vorhatten in das deutsche Rentensystem einzuzahlen, sparen nichts mit einem Eintritt in die KSK. Sie zahlen zwar bei der Krankenkasse statt 13,5% nur 6,7%, aber dafür zusätzlich die 10% für die RV.

Fazit: die Suche nach der besten KK-Möglichkeit wird sich noch was hinziehen…

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Zeitstatus: 1,5 Monate vor Firmenstart

1 comment so far

  1. [...] und ALG1 bekommen und dann selbständig machen, oder es eben alleine schaffen. Mit den teuren KK-Tarifen und ohne einen Cent Support von [...]


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